Filmredaktion

Auch dieses Jahr leiten die Kamerafrau Lisa Voelter und die Journalistin Margitta Freund die Filmredaktion – und diesmal in Präsenz! Das Ergebnis: drei Kurzfilme, die die Teilnehmer:innen von der Themensuche bis hin zum Schnitt produzieren.

Die Filmredaktion stellt sich und ihr Projekt vor.

Jede der Gruppen einigt sich auf einen Begriff, der (Alltags)rassismus beschreibt:

White saviourism – Weißes Rettertum. Ein „Syndrom“, das Menschen aus den reichen Industriestaaten überfällt, wenn sie armen Menschen helfen, um ihr Ego aufzupimpen.

Kulturelle Aneignung – appropriation culturelle: Wenn mit Blues oder Rap plötzlich richtig Geld verdient wird, aber nicht von Schwarze Menschen, die diese Musik in die Welt gebracht haben, sondern von Weißen, wie Elvis Presley. Oder wenn alte, tradierte Heilmittel einer Kultur von westlichen Pharmafirmen patentiert werden.

Mikroaggression: Tägliche, kleine Bemerkungen, Fragen, Unterstellungen, die klarstellen: Du gehörst nicht dazu.

Bei den Videos geht es um den Mut, zu experimentieren, zu improvisieren und auch mal die Werkzeuge der Satire auzuprobieren. Jede Gruppe arbeitet unterschiedlich: Eine Gruppe hat ein Drehbuch, in dem Bild für Bild und Satz für Satz vorgeben, was als nächstes passiert. Eine andere Gruppe improvisiert beherzt vor der Kamera. Wieder andere entdecken beim Prozess des Schneidens noch weitere, unerwartete Ausdrucksformen. So entstehen drei kurze, minimalistische, poetische und engagierte Videos.  

Filme über Zoom drehen – das war letztes Jahr

Gemeinsam Videoclips erstellen, obwohl man an verschiedenen Orten Europas sitzt – in Frankreich, Deutschland und sogar in Finnland. Vor dieser Herausforderung standen wir im letzten Jahr. Anstatt jede:n Teilnehmende:n zu Hause einen Videoclip mit seinem beziehungsweise ihrem Handy drehen zu lassen und die einzelnen Clips im Anschluss zusammenzuschneiden, haben wir alle zusammen das Genre des „ZOOM-Films“ erfunden. Die Studierenden arbeiteten in Zweier- bis Fünfergruppen und nahmen ihre Filme direkt über die Plattform ZOOM auf. Mit geteiltem Bildschirm konnten sie ihre Aufnahmen gemeinsam in einem Videoschnittprogramm zusammenschneiden. So wurde auch über lange Distanzen kollaboratives Arbeiten möglich.

Ein Drehbuch, eine Text und viele Zeichnungen: Mit dabei war auch ein antirassistischer Trickfilm. Die Teilnehmer:innen haben ihrer Kreativität freien Lauf gelassen. Herausgekommen sind drei sehr unterschiedliche Filme mit aufklärerischem Impetus, die sich mit starker Stimme „gegen Rassismus und Populismus“ poisitionieren. Möglich war das nur, Dank des großen Engagements der Studierenden, die auch über die Workshopzeit hinaus viel Arbeit in das Projekt gesteckt haben.

Redaktionsleitung

Lisa Voelter:
Österreichisch-Deutsche Regisseurin und Kamerafrau
***
Margitta Freund:
Journalistin (Hörfunk ARD/SWR) und Medienpädagogin

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